Kapitel 16 · Einstieg & Planung
Kosten & Budget beim Familiencamping
Camping gilt als der günstige Familienurlaub – stimmt so pauschal nicht. Wer die Rechnung ehrlich aufmacht, plant besser und spart an den richtigen Stellen.
Anschaffung: neu, gebraucht oder mieten?
Ein neuer Familien-Wohnwagen kostet je nach Marke und Ausstattung schnell mittleren fünfstelligen Betrag. Gebrauchte Wohnwagen sind deutlich günstiger, brauchen aber ein ehrliches Auge auf Feuchtigkeit, Dichtigkeit und Aufbaunähte. Ein Dichtigkeits-Check beim Fachhändler kostet einen kleinen Betrag und ist es fast immer wert.
Kaufen oder erst mieten?
Wer noch nicht sicher ist, ob Camping zum Familienalltag passt, sollte erst eine Saison mieten. Das kostet zwar pro Woche mehr, spart aber im Zweifel die komplette Anschaffung – und ist ein ehrlicher Test, ob die Familie das Reisen im Gespann wirklich mag.
Laufende Kosten – was jedes Jahr anfällt
Typische Positionen, die auch ohne Reisen anfallen:
- Kfz-Steuer und Versicherung für den Wohnwagen (Haftpflicht plus optional Kasko)
- Gasprüfung alle zwei Jahre und ggf. TÜV/HU
- Wartung & kleine Reparaturen (Bremsen, Dichtungen, Reifen – die altern auch beim Stehen)
- Stell- oder Unterstellplatz zuhause, falls nicht auf eigenem Grundstück
- Ersatzteile & Verbrauchsmaterial (Sanitärzusatz, Gas, Kleinkram)
Auch das Zugfahrzeug will bedacht sein: mit Anhänger steigt der Verbrauch spürbar – häufig um 3–6 Liter/100 km gegenüber dem Solobetrieb.
Stell- und Campingplatz: grobe Preisspannen
Preise variieren stark nach Region, Saison und Ausstattung. Als grobe Orientierung für eine vierköpfige Familie mit Wohnwagen (Stellplatz inkl. Erwachsene/Kinder, ohne Nebenkosten):
- Einfacher Wohnmobilstellplatz: oft ab ca. 15–25 € pro Nacht
- Klassischer Campingplatz Nebensaison: häufig 25–45 €
- Familien-/Ferienpark oder Hauptsaison: 45–90 € und mehr
- Freizeitpark-eigene Camps (z. B. an Themenparks): meist Aufpreis
Nebenkosten – wo es unbemerkt teuer wird
Die klassischen „Kleinigkeiten“, die im Urlaub schnell zweistellig zusammenkommen:
- Strom: pauschal oder pro kWh (0,60–1,00 € kein Einzelfall), Klimageräte und Heizen im Winter treiben die Rechnung
- Kurtaxe / Tourismusabgabe: pro Person und Nacht, Kinder oft ermäßigt
- Ver-/Entsorgung: manchmal inklusive, oft münzbetrieben
- Duschmarken, WLAN, Waschmaschine, Trockner
- Gasflaschen-Tausch (regional unterschiedlich)
Ehrliche Spartipps
- Nebensaison bevorzugen – Mai/Juni und September sind in Mitteleuropa oft deutlich günstiger und leerer als Juli/August.
- Dauer statt Distanz: länger an einem Ort bleiben spart Sprit und meist Rabatte über Wochenpauschalen.
- ACSI/CampingCard in der Nebensaison prüfen – Pauschalpreise an teilnehmenden Plätzen können sich schnell rechnen.
- Selbst kochen statt Restaurant – ein Wohnwagen ist eine kleine Küche auf Rädern, das ist ein großer Vorteil.
- Freizeitpark-Tickets vorab online buchen (meist günstiger als Kasse) und Kombi-Angebote mit Campingplatz nutzen.
Budget-Realität
Häufige Fragen zu diesem Kapitel
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